Herbert Wagner
Facharzt für Frauenheilkunde
und Geburtshilfe
Eisenbahnstr. 52
50189 Elsdorf
Tel.: 02274 7927

 

 

 

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Erhöhte männliche Hormone
Bei ungefähr einem Drittel aller Frauen mit unregelmäßiger Monatsblutung sind erhöhte Spiegel männlicher Hormone die Ursache. Der geläufige Ausdruck "männliche Hormone" ist eigentlich nicht richtig. Jede Frau hat diese Hormone und diese sind auch wichtig für ein reibungsloses Zusammenspiel der hormonellen Wirkungen auf den weiblichen Körper. Allerdings weisen diese Hormone beim Mann normalerweise wesentlich höhere Blutspiegel auf, weshalb dieser Begriff verwendet wird. Der medizinische Ausdruck ist Androgene. Es sind viele Androgene bekannt, die wichtigsten sind das Testosteron und das DHEAS (steht für Dihydroepiandrosteron).
Bei der Frau werden diese Hormone an mehreren Stellen gebildet. Im Eierstock bilden spezielle Zellen (Thekazellen), die zwischen den Follikeln liegen, hauptsächlich Testosteron und ein weiteres männliches Hormon, das Androstendion. Die Thekazellen werden zu dieser Hormonproduktion von der Hirnanhangsdrüse angeregt und zwar mit Hilfe des Hypophysenhormons LH. Daraus ergibt sich die sogenannte "Zweizelltheorie": Die Thekazellen des Eierstocks stellen unter dem Einfluß des LH der Hypophyse Androgene her und die Zellen der Eibläschen, die die eigentliche Eizelle umgeben (Granulosazellen) produzieren unter dem Einfluß des FSH aus der Hirnanhangsdrüse die Östrogene.
Die Nebennierenrinde ist der zweite wichtige Ort für die Androgenproduktion, DHEAS wird hauptsächlich hier synthetisiert. Aber auch Testosteron entsteht hier, in etwa der gleichen Menge wie im Eierstock. Der letzte wichtige Ort für die Entstehung der Androgene ist das Fettgewebe (knapp die Hälfte des Testosterons stammt aus der Umwandlung hormoneller Vorstufen in Testosteron).
Oftmals lassen sich die Ursachen einer Androgenerhöhung nicht feststellen. Bekannte Ursachen sind eine vermehrte Synthese der Nebennieren insbesondere in jugendlichem Alter und Übergewicht. Während sich die erhöhten Werte bei jugendlichen Frauen noch normalisieren können, ist bei übergewichtigen Frauen eine Diät unumgänglich.
Andere sehr seltene Ursachen sind:
· Enzymdefekte, welche die normale Produktion der Hormone beeinflussen. Bei diesem sogenannten "Adrenogenitalen Syndrom" können bestimmte Hormone nicht gebildet werden und es kommt statt dessen zu einer überschießenden Bereitstellung von Androgenen.
· Tumore, welche männliches Hormone bilden können und sich meist am Eierstock befinden.

Symptome: Meist kommt es zu Unregelmäßigkeiten des Zyklus oder zum vollständigen Ausbleiben der Blutung.
· Ein Eisprung findet meist nicht statt, da die erhöhten männlichen Hormone das Eibläschen an seiner normalen Entwicklung hindern.
· Wenn es doch zu einem Eisprung kommt, dann besteht häufig eine Gelbkörperunterfunktion (siehe oben).
· Vermehrte Behaarung an für Frauen untypischen Stellen (Hirsutismus) kann ebenfalls, oft zusammen mit Akne, auftreten.
Therapie: wenn bekannt, die Beseitigung der Ursachen. Häufig heißt das eine Verminderung des Körpergewichtes. Bei Enzymdefekten werden die fehlenden Hormone (die wegen der Defekte nicht hergestellt werden können) ersetzt und es kommt da-durch auch zu einer Normalisierung der Androgenspiegel. Tumore, welche für die Überproduktion verantwortlich sind, müssen entfernt werden. Findet man nur erhöhte Werte, ohne die Ursache feststellen zu können, dann ist eine milde Stimulation der Eierstöcke mit Hormongaben angezeigt.

© Herbert Wagner, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe,
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