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Erhöhte männliche
Hormone
Bei ungefähr einem Drittel aller Frauen mit unregelmäßiger
Monatsblutung sind erhöhte Spiegel männlicher Hormone die Ursache.
Der geläufige Ausdruck "männliche Hormone" ist eigentlich
nicht richtig. Jede Frau hat diese Hormone und diese sind auch wichtig
für ein reibungsloses Zusammenspiel der hormonellen Wirkungen auf
den weiblichen Körper. Allerdings weisen diese Hormone beim Mann
normalerweise wesentlich höhere Blutspiegel auf, weshalb dieser Begriff
verwendet wird. Der medizinische Ausdruck ist Androgene. Es sind viele
Androgene bekannt, die wichtigsten sind das Testosteron und das DHEAS
(steht für Dihydroepiandrosteron).
Bei der Frau werden diese Hormone an mehreren
Stellen gebildet. Im Eierstock bilden spezielle Zellen (Thekazellen),
die zwischen den Follikeln liegen, hauptsächlich Testosteron und
ein weiteres männliches Hormon, das Androstendion. Die Thekazellen
werden zu dieser Hormonproduktion von der Hirnanhangsdrüse angeregt
und zwar mit Hilfe des Hypophysenhormons LH. Daraus ergibt sich die sogenannte
"Zweizelltheorie": Die Thekazellen des Eierstocks stellen unter
dem Einfluß des LH der Hypophyse Androgene her und die Zellen der
Eibläschen, die die eigentliche Eizelle umgeben (Granulosazellen)
produzieren unter dem Einfluß des FSH aus der Hirnanhangsdrüse
die Östrogene.
Die Nebennierenrinde ist der zweite wichtige Ort für die Androgenproduktion,
DHEAS wird hauptsächlich hier synthetisiert. Aber auch Testosteron
entsteht hier, in etwa der gleichen Menge wie im Eierstock. Der letzte
wichtige Ort für die Entstehung der Androgene ist das Fettgewebe
(knapp die Hälfte des Testosterons stammt aus der Umwandlung hormoneller
Vorstufen in Testosteron).
Oftmals lassen sich die Ursachen einer Androgenerhöhung nicht
feststellen. Bekannte Ursachen sind eine vermehrte Synthese der Nebennieren
insbesondere in jugendlichem Alter und Übergewicht. Während
sich die erhöhten Werte bei jugendlichen Frauen noch normalisieren
können, ist bei übergewichtigen Frauen eine Diät unumgänglich.
Andere sehr seltene Ursachen sind:
· Enzymdefekte, welche die normale Produktion der Hormone beeinflussen.
Bei diesem sogenannten "Adrenogenitalen Syndrom" können
bestimmte Hormone nicht gebildet werden und es kommt statt dessen zu einer
überschießenden Bereitstellung von Androgenen.
· Tumore, welche männliches Hormone bilden können und
sich meist am Eierstock befinden.
Symptome: Meist kommt es zu Unregelmäßigkeiten
des Zyklus oder zum vollständigen Ausbleiben der Blutung.
· Ein Eisprung findet meist nicht statt, da die erhöhten männlichen
Hormone das Eibläschen an seiner normalen Entwicklung hindern.
· Wenn es doch zu einem Eisprung kommt, dann besteht häufig
eine Gelbkörperunterfunktion (siehe oben).
· Vermehrte Behaarung an für Frauen untypischen Stellen (Hirsutismus)
kann ebenfalls, oft zusammen mit Akne, auftreten.
Therapie: wenn bekannt, die Beseitigung der Ursachen. Häufig heißt
das eine Verminderung des Körpergewichtes. Bei Enzymdefekten werden
die fehlenden Hormone (die wegen der Defekte nicht hergestellt werden
können) ersetzt und es kommt da-durch auch zu einer Normalisierung
der Androgenspiegel. Tumore, welche für die Überproduktion verantwortlich
sind, müssen entfernt werden. Findet man nur erhöhte Werte,
ohne die Ursache feststellen zu können, dann ist eine milde Stimulation
der Eierstöcke mit Hormongaben angezeigt.
©
Herbert Wagner, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe,
Eisenbahnstr. 52., 50189 Elsdorf, Tel.: 02274 7927, Fax: 02274 4534
http://www.HerbertWagner.de E-mail:
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