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natürliche Behandlung von Scheideninfektionen
Die natürliche Behandlung von Scheideninfektionen
begründet sich durch Überlieferungen von Generation zu Generation. Die
Ursprünge sind oft nicht zurück zu verfolgen. Man muss allerdings davon
ausgehen, dass das Wissen, das heute vorhanden ist, damals (vielleicht
vor 150 Jahren) noch nicht bekannt war. Nach heutigem Kenntnisstand haben
viele Therapien Nebenwirkungen oder Risiken, die mit schulmedizinischer
Behandlung nicht auftreten. - In früheren Zeiten gab es jedoch keine Alternative.
Aber: wenn kein schulmedizinisches Medikament
verfügbar ist, ist die natürliche Behandlung die einzige Möglichkeit,
um die Beschwerden los zu werden.
Damit man die Wirkweise der natürlichen Medikamente beurteilen
kann, muss man Kenntnis haben von den normalen Zuständen in der Scheide,
muss man wissen, warum normalerweise nur selten eine Scheideninfektion
auftritt.
Damit in der Scheide normale Verhältnisse herrschen, müssen
eine bestimmte Art von Bakterien in ausreichender Menge vorhanden sein.
Sie produzieren ein spezielles Produkt, Milchsäure, durch das in
der Scheide ein einzigartiges (saures) Milieu herrscht, in dem viele krankhafte
Keime nicht oder nur schlecht wachsen können.
Werden Keime, die normalerweise nicht in der Scheide vorkommen, in dieses
Milieu eingebracht, finden sie schlechte Lebensbedingungen und sterben
ab.
Sind diese Milchsäurebakterien nicht oder nicht in ausreichender
Menge vorhanden, so haben es Keime, die normalerweise nicht in der Scheide
vorkommen, aber sich dort auch wohl fühlen leichtes Spiel.
Milchsäurebakterien,
Joghurt, Joghurttampons
Die im Naturjoghurt vorkommenden Milchsäurebakterien sind identisch
mit der in der Scheide vorkommenden Milchsäurebakterien. Was liegt
näher, sie auch in der Scheide anzuwenden?
Eigentlich von der Überlegung her nichts.
Es stellt sich nur das Problem der Handhabung:
1. Möglichkeit: getrocknete (bzw. haltbar gemachte) Milchsäurebakterien
in Kapselform in die Scheide einführen, Handelsname "Doederlein
med". Kosten: ca. 14 € für 10 Kapseln; dies ist die bequemste
Möglichkeit
2. Möglichkeit: Joghurt in Spritze aufziehen, reichlich in die Scheide
eingeben. Viel des Joghurts wird der Schwerkraft folgend aus der Scheide
laufen, einiger Joghurt wird aber an den Scheidenwänden haften bleiben
und dort wirken. Diese Methode ist nicht sonderlich handhabungsfreundlich,
aber preiswert.
3. Möglichkeit: normalen Tampon in Joghurt tauchen, Tampon voll saugen
lassen. Ist er zu trocken, nimmt er zusätzlich noch Scheidenflüssigkeit
auf, was ebenfalls die Flora beeinträchtigen kann. Vor dem Einführen
des Tampons sollte Händewaschen selbstverständlich sein. Vor
Einführen des Tampons ist es ratsam, den Genitalbereich abzuduschen
- besonders, wenn man zuvor Stuhlgang hatte.
Bedacht werden sollte bei Anwendung von Joghurt jedoch, dass handelsüblicher
Naturjoghurt mit (für den Verdauungstrakt harmlosen) Bakterien oder
Pilzerregern verunreinigt sein kann (nicht muss). Weiterhin können
(müssen nicht) Zusatz- oder Konservierungsstoffe enthalten sein,
die nicht für die Scheide gedacht sind. Möglicherweise führt
dies zu Reizungen im Intimbereich.
Knoblauch, Teebaumöl,
Essigspülungen, Scheidenspülungen
Wenn man weiß, wie die normale Scheidenflora beschaffen sein muss,
sollte an die natürliche Behandlung von Scheideninfektionen der Anspruch
erhoben werden, diese Scheidenflora nicht in Mitleidenschaft zu ziehen.
Diesem Anspruch werden die oben angegebenen Methoden eigentlich nicht
gerecht.
Knoblauch ist in der Tat keimtötend, macht aber keinen Unterschied
zwischen Milchsäurebakterien und krank machenden Bakterien.
Teebaumöl wirkt ebenfalls keimtötend, reizt aber die Schleimhäute
und führt zum Brennen im Intimbereich
Spülungen befördern zwar die krankmachenden Bakterien nach draußen,
allerdings werden auch die Milchsäurebakterien ausgeschwemmt.
Diese Art der Behandlung hilft meist nur kurzfristig. Wegen dann fehlender
oder in Mitleidenschaft gezogenen Schutzfunktion in der Scheide durch
die Milchsäurebakterien kann aber die gleiche (oder eine andere Infektion),
möglicherweise intensiver, erneut auftreten.
Michsäure,
Ascorbinsäure (Vitamin C)
Ein natürlicher Therapieansatz besteht darin, das Scheidenmilieu
so zu beeinflussen, dass die krank machenden Bakterien nicht oder nur
schlecht überleben können.
Durch Änderung des sog. ph-Wertes in der in den "sauren"
Bereich werden die Überlebensbedingungen der krankhaften Bakterien
so verändert, dass letztendlich absterben.
Die Milchsäurebakterien (welche die Milchsäure produzieren sollten),
die nicht mehr in ausreichender Menge vorhanden sind, lieben dieses Milieu
und werden in ihrem Wachstum gefördert.
Milchsäure in Aufbereitung für die Scheide ist als "Eubiolac"
erhältlich. Kosten: 10 Vaginaltabletten ca. 8,50 €.
Ascorbinsäure (Vitamin C) gibt es aufbereitet für die Scheide
als "Vagi-C": Kosten: 6 bzw. 12 Vaginaltabletten ca. 8 €
bzw. 13 €.
"Mundspüllösung"
im Intimbereich
Im zahnärztlichen Bereich gibt es schon seit längerem einen
Wirkstoff (Hexetidin), der zum Gurgeln angewendet, die Anzahl der Mund-
und Rachenbakterien vermindert. Er ist z.B. als "Chlorhexamed"
oder "Hexoral" frei verkäuflich.
Auch in der Scheide ist dieser Stoff wirksam. Er wirkt gegen viele krankhafte
Bakterien. Bei Pilzinfektion ist er leider nicht wirksam.
Durch einen pharmazeutischen "Kniff" hat man erreicht, dass
der Wirkstoff die Milchsäurebakterien nicht schädigt und in
Scheidenzäpfchenform nicht sofort dem Gesetz der Schwerkraft folgt.
Als "Vagi-Hex" ist der Wirkstoff in der Apotheke frei verkäuflich.
Kosten: 12 Vaginaltabletten ca. 15 € .
Wund- und Heilsalbe
Bei (inneren) Scheideninfektionen ist Wund- und Heilsalbe nicht
wirksam. Manchmal entstehen im Rahmen von Scheideninfektionen auch Beschwerden
an den Schamlippen. Ist hierbei auch die Schleimhaut verletzt, kann Wund-
und Heilsalbe helfen. Besser hilft eine spezielle "Wund- und Heilsalbe
für den Intimbereich", der Hormone (Östrogene) zugesetzt
sind.
Sitzbäder
Sitzbäder mit Zusatz von Gerbstoffen oder Kamille helfen gut bei
quälendem Juckreiz im äußeren Intimbereich. In der Scheide
sind sie nicht wirksam. Sie wirken juckreizlindernd, wirken aber nicht
gegen die eigentliche Ursache.
Ein Zusatzeffekt ist die effektive Reinigung im äußeren Intimbereich.
Sitzbäder sollte man nicht häufiger als 3 mal pro Tag machen,
nicht länger als 2 Minuten, am besten in der Duschtasse.
©
Herbert Wagner, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe,
Eisenbahnstr. 52., 50189 Elsdorf, Tel.: 02274 7927, Fax: 02274 4534
http://www.HerbertWagner.de E-mail:
Herb.Wagner@t-online.de
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