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Pilzinfektion
Die häufigste Infektion im Intimbereich
der Frau ist die Infektion mit Hefepilz (Candida). Kaum eine Infektionskrankheit
verunsichert Frauen mehr als eine Pilzinfektion der Scheide, da mangelnde
Hygiene als vermeintlicher Auslöser gilt. Manche Frauen müssen
sich immer wieder mit Infektionen herum plagen, andere werden nie von
Pilzen befallen.
Entstehung/Ursache
Pilzinfektionen können eine Reihe von Ursachen haben, oft ist der
Übertragungsweg schwer auszumachen, da der Erreger auch in geringer
Menge normalerweise in der Scheide vorkommt. Wissenschaftlich ist der
genaue Mechanismus des Endstehens einer Pilzinfektion im Intimbereich
nicht genau geklärt. Mögliche Entstehung:
· Durch Anitbiotikagabe werden die Milchsäurebakterien geschädigt
· Das Immunsystem befaßt sich mit einer anderen Erkrankung
(z.B. Grippe); die Kräfte des Immunsystems fehlen an anderer Stelle
(hier Intimbereich)
· Durch mechanische Reizungen (Scheidenspülungen, Geschlechtsverkehr)
werden die Milchsäurebakterien "ausgeschwemmt", die Pilzerreger
vermehren sich.
· Größere Mengen Hefepilzerreger gelangen in die Scheide
Einige Faktoren begünstigen das Auftreten
einer Pilzinfektion
· eine Schwangerschaft,
· die Zeit der Regelblutung,
· zu enge, luftundurchlässige Kleidung,
· übertriebene oder fehlende Hygiene,
· (häufige) Benutzung von Schwimmbädern, Saunen oder
öffentlichen Toiletten.
Pilzinfektionen sind zwar beim Geschlechtsverkehr
übertragbar, doch es ist keine Geschlechtskrankheit. Auf Grund der
unterschiedlichen anatomischen Verhältnisse beim Mann (keine feucht-warme
"Höhlensituation" wie bei der Frau) überleben die
Erreger im Intimbereich des Mannes (meistens) nicht.
Beschwerden
Die Pilzinfektion der Scheide macht ganz spezifische Beschwerden, die
die meisten Frauen sofort erkennen:
· Rötung der Geschlechtsteile außen und innern
· plötzlich einsetzender Juckreiz in Kombination mit Brennen,
manchmal Schmerzen
· Beschwerden beim Wasserlassen oder Geschlechtsverkehr
· verstärkter, weißlicher quark- oder pastenartiger
Ausfluß
Es gibt auch Pilzinfektionen, die nicht die oben beschriebenen Symptome
verursachen.
Behandlung
Scheidenzäpfchen und/oder Creme speziell gegen Hefepilzerreger, in
Ausnahme-fällen Tabletten zum Einnehmen.
Einfache Maßnahmen helfen dabei, die Behandlung
der Pilzinfektion noch effizienter zu machen:
· Wechseln Sie Ihre eigenen Handtücher und Waschlappen täglich
und waschen Sie sie sicherheitshalber im Kochwaschgang.
· Wechseln Sie Ihre Unterwäsche täglich; benutzen Sie
Wäsche aus Naturfasern.
· Tragen Sie keine engen Hosen, sonst kommt es leicht zum Feuchtigkeitsstau.
· Reinigen Sie Ihre äußere Scheidenregion täglich
mit viel Wasser und einem milden Reinigungsmittel. Benutzen Sie keine
Intimlotions oder -sprays!
Was tun gegen Ansteckungsgefahr?
Wenn es zu einer Pilzinfektion gekommen ist, sollten Sie auf Geschlechtsverkehr
verzichten, bis die Infektion (bei beiden Partnern) ausgeheilt ist, zumal
der Geschlechtsverkehr bei bestehender Infektion unangenehm ist. Männer
bemerken oft keine oder nur wenige Symptome; trotzdem kann sich der Partner
sicherheitshalber ebenfalls einer Behandlung unterziehen.
Bei normaler Körperhygiene besteht keine Ansteckungsgefahr für
andere Familienmitglieder, auch nicht für Kinder.
Besonderheiten:
Die Infektion kommt immer wieder - was
tun?
Ein besonderes spezielles Problem ist die immer wiederkehrende Pilzinfektion.
Von einer immer wiederkehrenden Pilzinfektion spricht man, wenn eine Frau
3 mal in einem halben Jahr an einer Pilzinfektion leidet. Hierbei können
viele Ursachen einzeln oder zusammen eine Rolle spielen, z.B. kann die
Infektion entstehen bzw. begünstigt werden
· durch übertriebene Hygiene im Unterleib,
· durch Nässestau im Intimbereich bedingt durch (Unter-)wäsche
bzw. Bekleidung.
· durch zu intensiv durchgeführten Geschlechtsverkehr oder
andere mechanische Reizungen,
· durch Übertragung des Erregers über die Finger bei
bestehender Pilzinfektion eines Familienangehörigen,
· durch Übertragung des Erregers über die Finger bei
bestehender Pilzinfektion an anderen Körperpartien (Haut, Zehennägel,
Fußpilz),
· durch manche Antibabypillen,
· ........ zahlreiche andere denkbare Übertragungswege
Die Ursache zu finden, ist oft nicht einfach und
verlangt manchmal detektivisches Gespür. - Manchmal wird man die
Ursache nicht finden.
Wenn Sie davon betroffen sind, sollten Sie folgendes
beachten:
· Steigern Sie Ihre Immunabwehr durch gesunde Lebensweise, Sport,
seelische und körperliche Ausgeglichenheit.
· Ernähren Sie sich gesund und zuckerarm bzw. zuckerfrei,
denn Pilze ernähren sich von Zucker.
· Achten Sie auf sorgfältige aber nicht übertriebene
Hygiene bei sich und Ihrem Partner. Testen Sie, ob eine andere Art der
Hygiene Einfluß auf die Beschwerden hat.
· Tragen Sie lockere und luftige Kleidung, um Ihre Haut stets trocken
zu halten. Testen Sie, eine andere Art von (Unter-)Wäsche Einfluß
auf die Beschwerden hat.
· Wenn Sie ins Schwimmbad gehen, wechseln Sie den feuchten Badeanzug
rasch ge-gen einen trockenen aus. In der Sauna sollten Sie immer Ihr eigenes
Handtuch auf die Bänke legen.
Die Behandlung
ist oft schwierig, da immer wieder eine Infektion erfolgen kann, wenn
man die (mit-)verursachenden Verhaltensweisen nicht findet bzw. ändert.
1. Möglichkeit: Bestimmtes Therapieschema bei nachgewiesener Pilzinfektion
(Tablettenkur)
2. Möglichkeit: "Impfung"
3. Möglichkeit: regelmäßige Anwendung von milchsäurehaltigen
Scheidenzäpfchen oder Einbringen von Milchsäurebakterien in
Kapselform in die Scheide.
©
Herbert Wagner, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe,
Eisenbahnstr. 52., 50189 Elsdorf, Tel.: 02274 7927, Fax: 02274 4534
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Herb.Wagner@t-online.de
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