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Chlamydieninfektion
Die Entzündung wird durch einen Mikroorganismus
namens Chlamydia trachomatis verursacht. Der Erreger hat ganz besondere
Eigenschaften: er lebt wie ein Virus im Inneren der infizierten Zelle,
hat aber den Stoffwechsel wie ein Bakterium. (Der Erreger ist beim Menschen
auch Ursache für eine Infektion des äußeren Auges und
einer speziellen Art von Lungenentzündung)
Dies hat Folgen: Die Erreger können sehr lange im Körpergewebe
z.B. dem Gebärmutterhalsbereich und in der Harnröhre überleben,
weil sie sich der normalen Körperabwehr entziehen.
Der Erregernachweis gelingt nur durch einen Spezialabstrich.
Beschwerden: Meist bestehen keine oder nur
ganz gering ausgeprägte Beschwerden im Unterleibsbereich. Oft besteht
über einen längeren Zeitraum schwacher gelblicher Ausfluß.
Manche Patienten habe leichte Bauchschmerzen, die mal mehr, mal weniger
stark sind, ohne das ein organischer Grund gefunden wird. Manchmal tritt
bei Entnahme des Früherkennungsabstrich bei Entzündung des Gebärmutterhalses
eine Blutung auf, deren Ursache eine Chlamydieninfektion ist.
Beim Mann verursacht die Infektion meist keine Beschwerden.
Komplikationen: unerkannt und unbehandelt kann aus der meist lokal
auf den Gebärmutterhals begrenzten Entzündung eine aufsteigende
Infektion von Eileiter/Eierstöcken entstehen. Dies kann zu Verklebungen
und Verschluß der Eileiter führen, eine Schwangerschaft ist
bei Verklebungen bzw. Verschluß der Eileiter auf normalem Weg nicht
möglich! Die Ursache einer Sterilität
bei verschlossenem Eileiter ist in ca. 90 % die nicht behandelte Chlamydieninfektion.
Übertragung: Fast ausschließlich durch Geschlechtsverkehr,
auch nach einmaligem Verkehr. In sehr seltenen Fällen über die
Blutbahn
Therapie: Antibiotika in Tablettenform für
7 - 10 Tage; Es ist eine Therapiekontrolle mit Abstrichentnahme erforderlich.
Der Partner muß mitbehandelt werden.
Besonderheiten: Ping-Pong-Effekt. Bei nur
alleiniger Therapie der Infektion bei der Frau kann der (nicht behandelte)
Partner die Frau beim Geschlechtsverkehr wieder anstecken (auch umgekehrt).
Beim Mann verursacht die Infektion meist keine Beschwerden. Unbehandelt
kann die Infektion dann immer wieder übertragen werden und nur durch
alleinige Therapie bei der Frau nicht ausheilen..
Es ist in aller Regel deshalb eine gleichzeitige Therapie beider Lebenspartner
erforderlich.
Schwangerschaft: Die Mutterschaftsrichtlinien
sehen bei der Erstuntersuchung in der Schnwangerschaft die Entnahme eines
Chlamydienabstrichs vor. Durch eine bestehende Chlamydieninfektion kann
eine Fehlgeburt ausgelöst werden. Besteht eine Chlamydieninfektion
zum Zeitpunkt der Geburt, kann sich das Kind infizieren. Es kommt dann
zu einer ernst zu nehmenden Augeninfektion des Kindes
Weitere Informationen: Chlamydien
(Merkblatt Pro fanilia)
©
Herbert Wagner, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe,
Eisenbahnstr. 52., 50189 Elsdorf, Tel.: 02274 7927, Fax: 02274 4534
http://www.HerbertWagner.de E-mail:
Herb.Wagner@t-online.de
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