Herbert Wagner
Facharzt für Frauenheilkunde
und Geburtshilfe
Eisenbahnstr. 52
50189 Elsdorf
Tel.: 02274 7927

 

 

 

Empfängnis-verhütung
Schwangerschaft
Kinderwunsch
gynäkologische Infektionen
diverse Themen
 
 

 

Chlamydieninfektion
Die Chlamydieninfektion gehört zu den häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen. Die Erkrankung bleibt oft unbemerkt, weil häufig keine oder nur leichte Beschwerden auftreten. Unbehandelt kann eine Clamydieninfektion jedoch zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen wie z.B. Unfruchtbarkeit führen.

Wie kommt es zu einer Chlamydieninfektion?
Chlamydien (Chlamydia Trachomatis) sind Bakterien, die verschiedene Infektionskrankheiten hervorrufen können. Sie werden durch Geschlechtsverkehr (vaginal oder anal) sowie durch oralen Sex übertragen.
Die Bakterien können sich in den Zellen des Gebärmutterhalses (Eingang zur Gebärmutter), der Harnröhre, des Enddarms und Afters und manchmal des Rachens und der Augen ansiedeln.
Um sich anzustecken ist ein direkter Kontakt erforderlich, wie er vor allem bei sexuellen Praktiken mit "Schleimhaut zu Schleimhaut-Kontakt" entsteht.
Junge Frauen und Männer sind häufiger von der Infektion betroffen. Prinzipiell kann sich jedoch jeder und jede durch sexuelle Kontakte anstecken.

Die Infektion kann aus dem Genitalbereich auf die Augen übertragen werden. Eine schwangere Frau kann die Infektion an ihr Kind weitergeben. Eine Übertragung ist auch möglich, wenn Sexspielzeug gemeinsam verwendet wird.
Bislang ist nicht abschließend geklärt, ob die Infektion auch über Sperma oder Vaginalflüssigkeit an den Fingern von einer Person auf die Genitalien einer anderen übertragen werden kann. Gleiches gilt für das Aneinanderreiben der Genitalien.
Nicht infizieren können Sie sich durch Küssen, eine Umarmung, gemeinsames Baden, über Schwimmbäder, Toilettenbrillen oder gemeinsam benutzte Handtücher, Tassen, Teller oder Besteck.

Wie kann ich mich vor einer Chlamydieninfektion schützen?
o Benutzen Sie Kondome (Männer und Frauen!) - bei jedem Vaginal oder Analverkehr. Der korrekte Gebrauch von Kondomen bietet einen zuverlässigen Schutz.
o Benutzen Sie beim Oralsex ein Kondom oder für die weiblichen Genitalien ein "Dental Dam" (dünnes Latextuch, das zwischen Mund und Scheide gelegt wird).
o Vermeiden Sie es, Sexspielzeuge (z.B. Vibratoren oder Dildos) gemeinsam zu benutzen oder schützen Sie diese jeweils mit einem neuen Kondom.
Auf diese Weise können Sie sich auch vor einigen anderen sexuell übertragbaren Krankheiten wie HIV/Aids und Gonorrhöe (Tripper) schützen. Wenn Sie bereits mit Chlamydien infiziert sind, ohne es zu wissen, verringern diese Maßnahmen auch das Risiko, dass Sie die Erreger an andere weitergeben.

Welche Symptome können auftreten?
Symptome können sich ein bis drei Wochen nach dem Kontakt mit Chlamydien zeigen, viele Monate später oder auch überhaupt nicht, bis die Infektion in anderen Körperregionen auftritt. Bei mindestens der Hälfte aller Frauen und Männer verursacht eine Chlamydieninfektion überhaupt keine Symptome.
Folgende Anzeichen können auf eine Infektion hinweisen:
Frauen
o ungewöhnlicher Ausfluss aus der Scheide
o Schmerzen beim Wasserlassen
o Zwischenblutungen (auch bei Frauen, die hormonell verhüten)
o Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr
o Schmerzen und/oder Blutungen beim Geschlechtsverkehr
o Schmerzen im Unterbauch
Männer
o weißer/weißlicher und wässriger Ausfluss aus dem Penis
o Schmerzen beim Wasserlassen
o schmerzhafte Schwellung der Hoden

Bei einer Infektion des Enddarms treten selten Symptome auf, doch kann es zu einem dumpfen Schmerz und Ausfluss bei Männern wie bei Frauen kommen. Bei einer Infektion der Augen könnten Sie Schmerzen, Schwellungen, Irritationen und eine vermehrte Bildung von Tränenflüssigkeit (Bindehautentzündung) bemerken. Eine Infektion des Rachens zeigt normalerweise keine Symptome.
Wenn Sie glauben, Sie könnten eine Chlamydieninfektion haben, lassen Sie sich untersuchen. Ermutigen Sie Ihre Partnerin/Ihren Partner, sich ebenfalls untersuchen zu lassen.

Ich habe keine Symptome. Soll ich mich untersuchen lassen?
Wenn keine Symptome vorliegen, lässt sich eine Chlamydieninfektion nur durch einen Test ausschließen. Vielleicht haben Sie auch ohne Infektionszeichen den Wunsch nach einer Untersuchung auf Chlamydien.
Dies kann der Fall sein zum Beispiel wenn:
o Sie oder Ihre Partnerin/Ihr Partner kürzlich mit neuen PartnerInnen ungeschützten Geschlechtsverkehr hatten.
o Sie im letzten Jahr mehrere SexualpartnerInnen hatten.
o bei einer gynäkologischen Untersuchung feststellt wird, dass Ihr Gebärmutterhals Entzündungszeichen aufweist oder dass Sie Ausfluss haben.
o Eine Geschlechtspartnerin oder ein Geschlechtspartner Ihnen mitteilt, dass sie oder er eine sexuell übertragbare Krankheit hat.
o Bei Ihnen eine andere sexuell übertragbare Krankheit festgestellt wird.
Beachten Sie bitte: Wenn keine Symptome vorliegen, werden die Kosten für eine Untersuchung auf Chlamydien nicht von den Krankenkassen übernommen.

Wann kann ich einen Test durchführen lassen?
Eine Chlamydieninfektion zeigt sich in einem Test schon ein paar Tage, nachdem Sie mit den Erregern in Kontakt gekommen sind.

Wie wird der Test durchgeführt?
Abstriche mit einem kleinen Wattestäbchen können während einer gynäkologischen Untersuchung aus dem Gebärmutterhals gemacht werden (oder aber an der Harnröhre, dem Enddarm oder After, dem Rachen oder den Augen). Der Abstrich dauert nur ein paar Sekunden und ist normalerweise nicht schmerzhaft. Der Nachweis erfolgt über spezielle labordiagnostische Methoden.
Eine Chlamydieninfektion lässt sich nicht feststellen durch Routine-Blutabnahmen oder durch die jährlich empfohlene Krebsvorsorge-Untersuchung bei der Frauenärztin/dem Frauenarzt.

Wie sieht die Behandlung bei einer Chlamydieninfektion aus?
Im frühen Stadium ist es einfach, eine Chlamydieninfektion zu behandeln. In der Regel werden Antibiotika gegeben. Hierfür stehen unterschiedliche Antibiotika zur Verfügung. Wenn die Infektion bereits weiter fortgeschritten ist oder wenn Komplikationen auftreten, können weitere Therapiemaßnahmen notwendig werden.
Bei einigen der Antibiotika, die für die Behandlung von Chlamydieninfektionen eingesetzt werden, kann es zu Wechselwirkungen mit oralen hormonellen Schwangerschaftsverhütungsmethoden (Pille) kommen.

Wie erfolgreich ist die Behandlung?
Die Heilungschancen sind sehr gut, wenn die verordneten Medikamentein der vorgeschriebenen Dosierung und Dauer eingenommen werden. Vermeiden Sie vaginalen, analen und oralen Geschlechtsverkehr während der Behandlung, da Sie sich neu infizieren können. Anderenfalls verwenden Sie in jedem Fall ein Kondom.

Was passiert, wenn ich eine Chlamydieninfektion nicht behandeln lasse?
Ohne Behandlung kann es zu schwerwiegenden Folgeerkrankungen kommen. Bei Frauen kann eine Chlamydieninfektion die inneren Fortpflanzungsorgane in Mitleidenschaft ziehen und Entzündungen im Beckenbereich hervorrufen. Dies kann zu chronischen Schmerzen im unteren Bauchraum, zu verklebten Eileitern, zu Schwangerschaften außerhalb der Gebärmutter und zur Unfruchtbarkeit führen. Eher selten kann eine Chlamydieninfektion die Leber betreffen und dort Entzündungen hervorrufen.
Bei Männern kann die Ausbreitung der Infektion zu Nebenhoden und Prostataentzündung führen. Auch Harnröhrenverengungen sind als Folge einer Chlamydieninfektion möglich. In seltenen Fällen können Gelenkentzündungen (reaktive Arthritis) auftreten, die in manchen Fällen mit Entzündungen der Harnröhre und der Augen einhergehen ("Reiter Krankheit").

Kann eine Chlamydieninfektion ohne Behandlung ausheilen?
Es ist sehr unwahrscheinlich, dass eine Chlamydieninfektion ohne Behandlung ausheilt. Wenn Sie die Infektion nicht behandeln oder die Behandlung hinauszögern, riskieren Sie Langzeitschäden. Zudem könnten Sie die Infektion an andere übertragen.

Wie kann ich feststellen, ob eine Chlamydieninfektion meine Fruchtbarkeit in Mitleidenschaft gezogen hat?
Die Fruchtbarkeit wird von vielen Faktoren beeinflusst. Nach einer Chlamydieninfektion muss deshalb nicht zwangsläufig ein Fruchtbarkeitstest durchgeführt werden. Sollten Sie allerdings seit längerer Zeit erfolglos versuchen Kinder zu bekommen, können Sie mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt klären, ob und welche Untersuchungen zur Diagnostik durchgeführt werden sollten.

Verursacht eine Chlamydieninfektion Gebärmutterhalskrebs?
Nach aktuellem Kenntnisstand gibt es keine gesicherten Hinweise dafür, dass eine Chlamydieninfektion Gebärmutterhalskrebs verursacht.

Was passiert, wenn ich mich während der Schwangerschaft mit Chlamydien infiziere?
Eine Chlamydieninfektion in der Schwangerschaft kann zu Fehlgeburten oder Frühgeburten führen. Während der Geburt kann der Erreger auf das Neugeborene übertragen werden und bei diesem sowohl eine Augen- als auch eine gefährliche Lungenentzündung hervorrufen.
Die Untersuchung auf Chlamydien gehört zu den Schwangerschaftsvorsorge-Untersuchungen und wird bei allen Schwangeren zu Beginn derSchwangerschaft durchgeführt. Falls eine Infektion vorliegt, wird mit Antibiotika behandelt - dies ist auch möglich, wenn Sie schwanger sind oder wenn Sie stillen.

Wie erfahre ich, wie lange ich die Infektion schon habe?
Da häufig gar keine Symptome oder erst mit zeitlicher Verzögerung auftreten, kann es im Einzelfall schwierig sein, den genauen Zeitpunkt der Infektion festzustellen. So kann es ungewiss bleiben, ob Sie sich bei Ihrer/Ihrem gegenwärtigen Partnerin/Partner oder bei früheren Kontakteninfiziert haben. Diese Unklarheit ist möglicherweise schwer zu ertragen. Viele Menschen sind geschockt oder wütend, wenn sie von einer eigenen sexuell übertragbaren Krankheit erfahren und es fällt ihnen schwer, darüber mit ihrer Partnerin/ihrem Partner oder mit Freunden zu sprechen. In diesem Fall kann ein Gespräch in einer Beratungsstelle oder mit dem behandelnden Arzt hilfreich sein.

Sollte ich meine Partnerin/meinen Partner informieren?
Wenn bei Ihnen eine Chlamydieninfektion festgestellt wurde, sollten sich alle Personen, mit denen Sie in der letzten Zeit sexuellen Kontakt hatten, unbedingt testen und - im Fall einer Infektion - auch behandeln lassen.

Brauche ich einen Nachuntersuchungstermin?
Eine Nachuntersuchung ist wichtig, denn sie verschafft Ihnen Gewissheit darüber, dass die Infektion ausgeheilt ist und Sie sich nicht neu infiziert haben.

www.profamilia.de
www.bzga.de

© Herbert Wagner, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe,
Eisenbahnstr. 52., 50189 Elsdorf, Tel.: 02274 7927, Fax: 02274 4534
http://www.HerbertWagner.de                         E-mail: Herb.Wagner@t-online.de