Herbert Wagner
Facharzt für Frauenheilkunde
und Geburtshilfe
Eisenbahnstr. 52
50189 Elsdorf
Tel.: 02274 7927

 

 

 

Empfängnis-verhütung
Schwangerschaft
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gynäkologische Infektionen
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Die richtige Anwendung der Antibabypille
Einnahmebeginn muss normalerweise am 1. Tag der Monatsblutung sein. (Wenn sie sich angewöhnen wollen, die Antibabypille abends einzunehmen, und sie bemerken am Mittag die Blutung, sollten sie am abend mit der Einnahme anfangen. Der Einnahmebeginn muss 24 Stunden nach Bemerken der Regelblutung erfolgen)

Empfängnisschutz besteht vom 1. Einnahmetag an, sofern die Pille nach Vorschrift eingenommen wurde.

Es werden pro Tag eine Antibabypille an 21 Tagen (am besten natürlich zur gleichen Tageszeit, morgens oder abends) hintereinander eingenommen.
Man vergisst die Pille selten, wenn man eine immer wieder kehrende Tätigkeit wie Zähneputzen, Wecker stellen, trinken der ersten Tasse Kaffee etc. mit der Pilleneinnahme verbindet. Zur Kontrolle, ob die Pilleneinnahme auch erfolgte, stellen viele Anwenderinnen das Pillenkärtchen mit sichtbarer Wochentagsmarkierung im Badezimmer auf, damit ein versehentliches Vergessen rechtzeitig bemerkt wird (s.u.)
Dann erfolgt eine Einnahmepause von 7 Tagen
Während dieser Zeit erfolgt eine Regelblutung, die meist 2-3 Tage nach der letzten Pilleneinnahme beginnt, und schwächer und kürzer als ohne Pille ist.
Nach 7 Tagen erfolgt wieder wie gewohnt unabhängig von Blutungen (die Blutung kann noch bestehen oder die Blutung kann u.U. ausgeblieben sein) die Pilleneinnahme für 21 Tage, dann erfolgt wieder die Einnahmepause usw.

Die Pille ist (richtig angewendet) eine der sichersten Methoden der Empfängnisverhütung
Zwischen zwei Pilleneinnahmen sollten (dürfen) nicht mehr als 36 Stunden liegen (bzw. man darf die Pille maximal 12 Stunden vergessen; sind es mehr als 36 Stunden besteht für die weitere Einnahme kein Empfängnisschutz mehr. (s.u.)

Nebenwirkungen
Die neuen niedrig dosierten Antibabypillen haben selten unerwünschte Nebenwirkungen.
Nicht immer ist eine Antibabypille, die neu verordnet wurde, langfristig die optimale Antibabypille.
Im 3. Anwendungsmonat, manchmal auch erst später, treten unerwünschte Nebenwirkungen zu Tage, die im Idealfall durch Wahl eines anderen Pillenpräparates abgestellt werden können.
Wenn also nach Beginn der Pilleneinnahme ungewöhnliche körperliche oder seelische Veränderungen auftreten, kann dies durchaus an der Antibabypille liegen.
Die Art der Nebenwirkungen werden unterschiedlich empfunden
gerne in Kauf genommene Nebenwirkungen: Die Regelblutung wird meist schwächer und kürzer - Schmerzen vor oder während der Monatsblutung werden viel besser - Hautunreinheiten werden gebessert
unerwünschte Nebenwirkungen (in Abhängigkeit der Menge der Inhaltsstoffe): Appetitsteigerung, Gewichtszunahme; Übelkeit, Erbrechen; vermehrt Kopfschmerzen; trockene oder zu feuchte Scheide; Wadenkrämpfe, Krampfaderbeschwerden; Brustspannen, -schmerzen; zu starke oder zu schwache Periode bis zum Ausbleiben der Blutung; Zwischenblutungen länger als 3 Monate; Depressionen, Niedergeschlagenheit; Abnahme des sexuellen Verlangens; Nervosität.

Iimmer wenn das erste mal ein Pillenpräparat eingenommen wird oder die Pille gewechselt wird, sollte im 3. Anwendungsmonat ein kurzes Gespräch stattfinden. Z.B. kann in seltenen Fällen Appetitsteigerung eine Nebenwirkung sein, hier kann man eine schleichende Gewichtszunahme durch Anwendung ein anderes Pillenpräparat vermeiden.
Es sollte sicher gestellt sein, dass die Pille optimal für sie ist und langfristig keine Nebenwirkung hat. In aller Regel wird ja eine Antibabypille über Jahre eingenommen; hier sollte man schon das optimale Präparat finden.

Zwischen zwei Pilleneinnahmen sollten (dürfen) nicht mehr als 36 Stunden liegen (bzw. man darf die Pille maximal 12 Stunden vergessen; sind es mehr als 36 Stunden besteht für die weitere Einnahme kein Empfängnisschutz mehr.

Beispiel:
Anja P, 28, ledig, ist Sachbearbeiterin bei einer Versicherung. Sie nimmt ihre Antibabypille abends nach dem Zähneputzen, normalerweise um 23.00 Uhr aus dem neben dem Zahnputzglas stehenden Kärtchen. An einem Freitagabend findet eine spontane Feier statt, zu der auch Anja P eingeladen wird. Es wird nett und Anja P kommt zur späten Stunde dem Versicherungskaufmann Peter H. sehr nahe. Sie begeben sich in seine Wohnung. Es kommt zu Intimitäten. Am nächsten morgen wacht Anja P auf, blickt auf die Uhr: es ist 9.30 Uhr: Peter H schläft noch.
Folgendermaßen könnte die Geschichte ausgehen:
Möglichkeit A) Sie denkt: "schöne Zeit für Frühstück." Sie zaubert aus dem Vorhandenen ein schön gedeckten Frühstückstisch. Beide frühstücken gemütlich. Gegen 12 Uhr kommt sie nach Hause. Im Badezimmer sieht sie ihre Antibabypille und nimmt sie ein.
14 Tage später wartet sie auf ihrer Periode, die nicht kommen will. Bald muss sie wieder mit der Pille anfangen. Sie macht einen Schwangerschaftstest: der Test ist positiv.
Möglichkeit B) Sie denkt: "schöne Zeit für Frühstück. Aber wenn ich bis 11.00 Uhr nicht zu Hause bin, kann das ins Auge gehen." Sie zieht sich also an, legt den Zettel mit ihrer Telefonnummer (und der Aufforderung: ruf mich zu Hause an, ich erklär dir dann warum) auf das Kopfkissen. Gegen 10.30 ist sie zu Hause und nimmt ihre Antibabypille nach. Kurz danach ruft Peter H. an. Anja P erklärt ihm, dass die Nacht ohne weitreichende Folgen bleiben wird, weil sie ja rechtzeitig wieder zu Hause war, um die Pille zu nehmen.

Wer die Pille nimmt, sollte regelmäßig jedes halbe Jahr zur gynäkologischen Untersuchung gehen.

 

© Herbert Wagner, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe,
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